Die bestbezahlten Jobs in Österreich 2026

Frauen in hochbezahlten Berufen Die bestbezahlten Jobs in Österreich 2026

In Österreich ist das Gehaltsniveau 2026 von zwei großen Entwicklungen geprägt: einerseits von kräftigen Gehaltssprüngen durch die Kollektivvertragsverhandlungen der letzten Jahre und andererseits von einer erhöhten Steuer- und Abgabenlast für Spitzenverdiener (Stichwort: Höchstbeitragsgrundlage).

Wer 2026 zu den absoluten Top-Verdienern zählen will, muss in der Regel in die Medizin, das Top-Management oder spezialisierte Tech-Bereiche blicken. Hier ist die Übersicht der bestbezahlten Berufsfelder in Österreich.


1. Die Spitzenreiter: Medizin & Spezialgebiete

Ärzte führen die Gehaltslisten traditionell an, wobei die Spanne je nach Spezialisierung und Verantwortung (Primariat vs. Assistenzarzt) enorm ist.

  • Fachärzte & Chirurgen: Das Medianeinkommen liegt hier oft jenseits der 110.000 € brutto pro Jahr. Top-Chirurgen oder Chefärzte können inklusive Zulagen und Privatordinationen die Marke von 200.000 € überschreiten.

  • Anästhesisten: Aufgrund der hohen Verantwortung und des Fachkräftemangels gehören sie mit Gehältern um die 140.000 € zur absoluten Spitze.

2. Führungsebene & Strategie

Management-Positionen in Großunternehmen oder bei börsennotierten Konzernen (z. B. im ATX) bleiben die lukrativsten Karrierepfade außerhalb der Medizin.

  • C-Level Management (CEO, CFO, CTO): In mittelständischen Unternehmen starten die Gehälter oft bei 120.000 €, während Vorstände von Top-Unternehmen Millionenbeträge erreichen können.

  • Strategy Consultants (Senior Level): Erfahrene Berater in großen Kanzleien verdienen 2026 inklusive Boni oft zwischen 90.000 € und 130.000 €.

3. Tech-Architekten & IT-Security

In der IT geht es 2026 nicht mehr nur um Code, sondern um die Infrastruktur und Sicherheit der Zukunft.

  • Software-Architekten: Sie planen komplexe Systeme und verdienen im Schnitt rund 87.000 €, bei Top-Qualifikation bis zu 110.000 €.

  • IT-Security Experts: Da Cyber-Angriffe 2026 ein kritisches Unternehmensrisiko darstellen, liegen die Gehälter für Experten hier oft bei 75.000 € bis 95.000 €.


Gehalts-Check 2026: Wer verdient was? (Median-Jahresbrutto)

Berufsgruppe / Rolle Durchschnittliches Gehalt (ca.) Top-Quartil (Spitzenwerte)
Ärzt:innen (Fachbereich) ~ 112.000 € 150.000 €+
Software-Architekt:innen ~ 87.000 € 115.000 €
Key Account Manager:innen ~ 74.000 € 95.000 €
Professor:innen (Uni) ~ 85.000 € 100.000 €
SAP-Berater:innen ~ 70.000 € 90.000 €

Wichtige Faktoren für das Gehalt 2026

  1. Unternehmensgröße: Großunternehmen (über 5.000 Mitarbeiter) zahlen in Österreich im Schnitt bis zu 25 % mehr als KMUs.

  2. Region: Wien und Linz bleiben die Gehaltshauptstädte. Vorarlberg punktet ebenfalls mit sehr hohen Gehältern, oft beeinflusst durch die Grenznähe zur Schweiz.

  3. Lohntransparenz: Seit 2026 haben Arbeitnehmer durch neue EU-Regeln ein stärkeres Recht zu erfahren, was Kollegen in vergleichbaren Positionen verdienen. Das hilft besonders bei Gehaltsverhandlungen.

Hinweis zur Steuer: Ab Januar 2026 steigt die Höchstbeitragsgrundlage für die Sozialversicherung deutlich an (auf ca. 6.930 € monatlich). Das bedeutet für Gutverdiener, dass zwar das Bruttogehalt steigt, aber auch die Abgaben zunehmen.


Obwohl sich die Wirtschaft 2026 stabilisiert, bleibt der Fachkräftemangel in Österreich eine der größten Herausforderungen. Rund 176.000 Fachkräfte fehlen aktuell laut Prognosen, und fast 80 % der Unternehmen haben Schwierigkeiten, offene Stellen zu besetzen. Auch Websites wie branchenblatt.at bieten einen guten Überblick zur aktuellen Lage.

Diese Branchen suchen besonders stark nach Fachkräften

Hier sind die Branchen, die im Jahr 2026 besonders intensiv nach neuen Mitarbeitern suchen – und wo Ihre Chancen auf dem Arbeitsmarkt am besten stehen.


1. Gesundheits-, Pflege- und Sozialwesen

Dies ist der Bereich mit dem größten strukturellen Bedarf. Die alternde Gesellschaft und der Ausbau der Kinderbetreuung treiben die Nachfrage massiv voran.

  • Mangelberufe: Diplomierte Gesundheits- und Krankenpfleger:innen, Pflegefachassistent:innen und Ärzt:innen stehen ganz oben auf der offiziellen Mangelberufsliste 2026.

  • Sozialberufe: Auch im Bereich der Elementarpädagogik (Kindergarten) und Sozialarbeit werden händeringend Kräfte gesucht, um die Betreuungsquoten zu sichern.

2. Handwerk und Technik (MINT)

Besonders im Westen Österreichs (Tirol, Vorarlberg) und in Oberösterreich herrscht ein „War for Talents“ in technischen Berufen.

  • Fokus Energiewende: Elektrotechniker:innen für Starkstrom, Kältetechniker:innen und Installateur:innen für erneuerbare Energien (Photovoltaik, Wärmepumpen) werden 2026 überall gesucht.

  • Klassisches Handwerk: Dachdecker:innen, Spengler:innen, Tischler:innen und Landmaschinenbauer:innen finden oft innerhalb weniger Tage eine neue Stelle.

3. IT, Digitalisierung & KI

Der Fachkräftemangel in der IT ist chronisch. 2026 verschiebt sich der Fokus jedoch verstärkt auf die Implementierung neuer Technologien.

  • KI-Spezialist:innen: Unternehmen suchen Experten, die Künstliche Intelligenz in bestehende Arbeitsprozesse integrieren (AI-Implementation).

  • Cybersecurity: Aufgrund strengerer EU-Richtlinien und zunehmender Bedrohungen ist die IT-Sicherheit eine Jobgarantie.

  • Software-Engineering: Full-Stack-Entwickler:innen und Cloud-Architekt:innen bleiben Spitzenreiter bei den Stellenausschreibungen.

4. Tourismus und Gastronomie

Trotz zunehmender Automatisierung im Service bleibt der Tourismus das Rückgrat vieler Regionen.

  • Winter- und Sommersaison: In der Hochsaison bleiben regelmäßig über 13.000 Stellen unbesetzt. Gesucht werden vor allem Köch:innen, Rezeptionsfachkräfte und diplomierte Sommeliers.

  • Trend: Viele Betriebe locken 2026 mit neuen Benefits wie der 4-Tage-Woche oder kostenlosen Mitarbeiter-Unterkünften auf Hotelniveau.


Der „Händeringend“-Check: Wo sind die Chancen am größten?

Branche Gesuchte Profile (Beispiele) Besonderheit 2026
Bauwirtschaft Maurer, Tiefbauer, Bauleiter Fokus auf Sanierung & thermische Isolierung.
Handel Einzelhandelskaufleute, Logistiker Hoher Bedarf an Fachkräften für E-Commerce.
Transport Triebfahrzeugführer, LKW-Fahrer Massive Pensionierungswelle bei den ÖBB und Logistikern.
Verwaltung Buchhalter, Lohnverrechner Einer der am stärksten gesuchten kaufmännischen Berufe.

Warum 2026 ein „Bewerbermarkt“ ist

Das Machtverhältnis hat sich gedreht: Unternehmen müssen sich heute bei den Talenten bewerben, nicht umgekehrt.

  • Quereinstieg: Das AMS fördert Umschulungen in Mangelberufe (wie Pflege oder Technik) 2026 so stark wie nie zuvor – oft mit dem sogenannten „Pflegestipendium“ oder Fachkräftestipendien.

  • Regionale Unterschiede: Während in Wien oft ein „Mismatch“ (viele Arbeitslose, aber falsche Qualifikation) herrscht, finden Sie in den westlichen Bundesländern fast in jeder Branche sofort einen Job.

Wichtiger Hinweis: Wenn Sie in einer dieser Branchen arbeiten, haben Sie 2026 eine hervorragende Verhandlungsposition für Benefits wie Home-Office, Firmenwagen oder Weiterbildungsbudgets.

Geheimtipps für die Jobsuche in Österreich

Auf dem österreichischen Arbeitsmarkt 2026 gewinnt man nicht mehr nur durch das Einsenden von Standard-Lebensläufen. Da der Fachkräftemangel die Unternehmen unter Druck setzt, haben sich neue, effizientere Wege etabliert, um an die wirklich attraktiven Stellen zu kommen.

Hier sind exklusive Geheimtipps, die über die klassische Suche auf Jobportalen hinausgehen:


1. Die Macht des „Verdeckten Stellenmarkts“

Wussten Sie, dass über 60 % der Stellen in Österreich besetzt werden, bevor sie jemals in einer öffentlichen Jobbörse erscheinen?

  • Netzwerken auf „Österreichisch“: In Österreich zählt das persönliche Kennen oft mehr als das Zeugnis. Nutzen Sie Plattformen wie LinkedIn oder das regionale XING, um direkt mit Fachabteilungsleitern (nicht nur der HR) Kontakt aufzunehmen.

  • Initiativbewerbung 2.0: Schicken Sie keine Massenmails. Identifizieren Sie 5 Wunschunternehmen und bieten Sie in einer kurzen Nachricht eine Lösung für ein spezifisches Problem an, das die Firma gerade haben könnte (z. B. „Unterstützung bei der KI-Implementierung im Marketing“).

2. Der „Hidden Champion“ Radar

Alle wollen zu Red Bull, Erste Bank oder voestalpine. Doch die wahren Gehaltsschätze und Aufstiegschancen liegen oft bei den Hidden Champions – Weltmarktführern in Nischen, die in Gewerbegebieten in Oberösterreich, der Steiermark oder Vorarlberg sitzen.

  • Tipp: Suchen Sie in der Firmendatenbank der Wirtschaftskammer (WKO) nach Unternehmen in Ihrer Region, die exportorientiert sind. Diese Firmen bieten oft Benefits auf Konzernniveau, aber eine familiärere Atmosphäre.

3. Nutzen Sie die neuen Transparenz-Gesetze

Seit 2026 ist die EU-Lohntransparenzrichtlinie voll in Kraft. Das ist Ihr Joker bei der Suche:

  • Gehalts-Reverse-Search: Schauen Sie nicht nur auf das Mindestgehalt im Inserat (das oft künstlich niedrig angesetzt ist). Verlangen Sie im Erstgespräch die objektiven Kriterien für die Entlohnung, die Unternehmen nun bereitstellen müssen.

  • Kununu & Glassdoor: Nutzen Sie diese Portale im Jahr 2026 besonders kritisch, um die „echte“ Firmenkultur und die tatsächliche Umsetzung von Benefits (wie Home-Office-Pauschalen) zu prüfen. Lesen sie auch: Top 10 Berufe mit hoher Nachfrage in Deutschland für ausländische Arbeitskräfte

4. Lokale Förder-Boosts (AMS & Bundesländer)

Der Staat zahlt oft für Ihre Qualifikation, wenn Sie an den richtigen Stellen suchen:

  • Stiftungen: Viele Branchen (z. B. Umwelttechnik oder Pflege) haben eigene Implacementstiftungen. Hier werden Sie gezielt für ein Unternehmen ausgebildet, während Sie bereits eine finanzielle Absicherung erhalten.

  • Bildungskonto: Prüfen Sie die länderspezifischen Förderungen (z. B. WAFF in Wien oder das Bildungskonto in OÖ). Wer eine Ausbildung mitbringt, die digital oder „grün“ ist, bekommt oft bis zu 90 % der Kosten erstattet.


Checkliste: Ihr Vorsprung 2026

Tool / Methode Warum es funktioniert
KI-optimierter CV Viele Firmen nutzen 2026 Screening-Software. Ihr Lebenslauf muss die richtigen Keywords enthalten.
Video-Pitch Ein 30-sekündiges Vorstellungsvideo in der Nachricht hebt Sie von 99 % der Bewerber ab.
Regionaler Fokus Pendeln wird teurer; Unternehmen bevorzugen Bewerber aus der Region und bieten oft „Mobilitäts-Boni“.

Der „Insider-Tipp“ zum Schluss: Das Bundesmitarbeitergesetz

Sollten Sie eine Stelle im öffentlichen oder staatsnahen Bereich (Gemeinden, Ministerien, ÖBB) suchen: Diese Stellen müssen oft auf der Website „Jobbörse der Republik“ ausgeschrieben werden. Dort finden sich oft hochdotierte Expertenstellen, die auf privaten Portalen kaum beworben werden.

Extratipp: Achten Sie bei der Suche auf das Siegel „Audit berufundfamilie“. Unternehmen mit diesem Zertifikat sind in Österreich rechtlich und kulturell verpflichtet, echte Flexibilität bei Arbeitszeiten zu bieten.

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